Zehenprobleme
Meistens treten Fehlstellungen und Druckstellen an den Zehen mit einer Funktionsveränderung des Vorfusses zusammen auf. Auf den Hallux valgus und Hallux rigidus wird in der Rubrik Vorfuss eingegangen.

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Krallen- und Hammerzehen
(lateinisch: Digitus malleus)
Bei Krallenzehen handelt es sich um Beugekontrakturen im Mittel- und oft auch zusätzlich im Endgelenk einer Zehe.
Ist das Zehenmittel- oder Endgelenk luxiert und unbeweglich, so redet man von einer Hammerzehe.
Verursacht werden solche Deformationen, die am häufigsten bei der zweiten und dritten Zehe beobachtet werden, meistens durch Spreizfuss und Hallux valgus, aber auch durch andere Fussfehlstellungen wie Hohlfuss, Gelenkrheumatismus, Arthritis oder Gicht. Die Folgen sind Platzmangel im Schuhvorderteil und lästige Hühneraugen. Besonders gefährdet sind Leute mit diabetischer Neuropathie, also Gefühlsverlust in den Zehen. Sie müssen besondere Vorsicht tragen, da es bei ihnen an exponierten Zehenkuppen zu Verwundungen kommen kann.
Behandlung: Zu achten ist beim Schuhkauf auf genügenden Zehenraum und die genaue Passform des Schuhes. Lokale Druckstellen müssen individuell und punktuell ausgeweitet, Nähte und Verziehrungen sollten vermieden werden. Druckschutzhilfen wie Zehenkappen, Zehenrichter und Spacer können, richtig eingesetzt, wirksame Hilfe bieten. In bestimmten Fällen ist es indiziert, eine Druckschutzorthese nach Mass aus Silikon herzustellen. Wichtig ist es auch, auf die Ursache der Hammer- und Krallenzehen einzugehen und den Spreizfuss mit Hilfe einer Mittelfussbandage oder Einlagen nach Mass zu entlasten. Wenn die Beschwerden nicht verschwinden muss ein Arzt aufgesucht werden, der über eine weitergehende Therapie entscheidet.

Reiterzehe
(lateinisch: Digitus superductus)
Reitende Zehen sind eine Folge des Hallux valgus und in weiteren Ursache der Aufspreizung der Mittelfussstrahlen. Kommt es zur Hammer- oder Krallenstellung der 2. Zehe, so kann es zur Reiterzehe führen. Es kommt auch vor, dass die 5. Zehe über die 4. liegt oder die 2. über die 3. Auf der Prominenz der darüberliegenden Zehe kann es zum Hühnerauge kommen, die darunterliegende Zehe ist vor allem durch Veränderungen im Nagelbett gefährdet.
Behandlung: Mit Druckschutzhilfen oder Zehenrichter wichtig ist genügend Raum im Vorderblatt des Schuhes. Eine konservative Redression ist praktisch ausgeschlossen.


Spaltzehen
(Syndaktylie, Ektrodaktylie, Polydaktylie)
Als Syndaktylie (griechisch: Daktylos = Finger oder Zehe) bezeichnet man eine meistens angeborene Verschmelzung von Fingern oder Zehen, Ektrodaktylie (griech: ektroma = zu früh geboren) für Missbildung von Zehen. Die Spaltzehe kann im Zusammenhang mit dem Spreizfuss und der Überlastung der mittleren Metatarsaleköpfchen zu Problemen im Vorfuss führen. Die Behandlung ist einerseits die gleiche wie beim Spreizfuss.


Krallenzehe

Krallenzehen / Hammerzehen

Reiterzehe

Reiterzehe

Spaltzehen

Spaltzehen